Nachricht vom 04.07.11
Schlusslicht
München hat als letzte deutsche Großstadt Handyempfang in der U-Bahn
In der U-Bahn mit dem Handy zu telefonieren, ist heute völlig normal – in allen Städten, außer in München.
Seit dem vergangenen Wochenende kann man nun auch in der letzten deutschen Großstadt, in der Münchner U-Bahn mit dem Handy telefonieren. Die vier großen Netzbetreiber haben ihr ursprünglich für Ende des Jahres angekündigtes Ausbauprojekt schon vorzeitig abgeschlossen. Am Wochenende gingen weitere 20 Sende- und Empfangsanlagen mit insgesamt 125 Antennen in Betrieb. Sie decken 20 U-Bahnstationen mit knapp 15 Kilometern Tunnelstrecke ab.
Die Arbeiten hatten im Mai 2009 begonnen; ein erstes ‘Kernnetz’ für die Handy- und Internetnutzung im Untergrund ging am 8. September 2009 in Betrieb. Insgesamt sind damit nun alle 92 unterirdischen U-Bahnhöfe auf Münchner Stadtgebiet und knapp 80 Kilometer Tunnelstrecke versorgt. Die jetzt beginnenden Maßnahmen zur Optimierung der Funkversorgung werden voraussichtlich bis Ende 2012 abgeschlossen. Im ersten Halbjahr des nächsten Jahres sollen außerdem noch die beiden U-Bahnhöfe außerhalb der Stadtgrenzen, Garching und Garching-Forschungszentrum mit Sende- und Empfangsanlagen ausgerüstet werden.
Die erforderlichen Investitionen in Höhe von mehreren Millionen Euro tragen die vier Netzbetreiber Vodafone, Telekom, E-Plus und O2 zu gleichen Teilen.
Die Stadtwerke München sprechen von einer ‘logistischen Herausforderung’ im Zusammenhang mit der Ausrüstung der U-Bahn mit Mobilfunktechnik. Insgesamt wurden 92 Sende- und Empfangsanlagen mit knapp 500 Antennen und auf knapp 80 Kilometer Tunnelstrecke montiert. Sie forderte alle Beteiligten zeitlich heraus, weil die Antennen im Tunnel teilweise nur nachts während der sehr kurzen Betriebsruhe der U-Bahn aufgebaut werden konnten, um den Fahrgastbetrieb nicht zu beeinträchtigen. Sie stellte für Planer und Techniker aber auch deshalb eine anspruchsvolle Aufgabe dar, weil die besten Antennenstandorte für eine optimale Netzqualität im verzweigten und unterschiedlich konstruierten Tunnelsystem alles andere als einfach zu bestimmen waren und Hunderte von Messfahrten erforderlich machten. Das Herzstück der Mobilfunktechnik, die so genannte Zentralstation, wurde letztlich in einem Betriebsraum im Hauptbahnhof untergebracht. Von dort aus werden Gespräche und Daten an die Vermittlungsstellen der jeweiligen Netzbetreiber weitergeleitet. Die Signalübertragung zwischen der Zentralstation und den Antennen im U-Bahnnetz erfolgt via Glasfaserkabel der SWM, die die Netzbetreiber für ihre Zwecke mitnutzen.
Angaben der Stadtwerke zufolge habe es nach Befragungen der Fahrgäste in früheren Jahren eine Ablehnung gegenüber der Handynutzung in der U-Bahn gegeben. Inzwischen habe sich das Meinungsbild aber erkennbar verändert, in der U-Bahn werde weniger telefoniert, dafür um so mehr das Internet genutzt.
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